Thesenpapier: Zukunft der dt. Minderheit in Rumaenien Samstag, Nov 14 2009 

Vorgelegt anlässlich der Tagung Zukunft und Perspektiven der Deutschen Minderheit in Rumänien vom 13.-15. November 2009, von Benjamin Jozsa, Dr. Hans Klein, Dr. Paul Philippi, Dr. Karl Scheerer, Winfried Ziegler.

Thesenpapier

 Einleitung

 Das DFDR hat in den 20 Jahren seiner Existenz eine hervorragende Leistung vorzuweisen und ist auch heute noch eine beachtliche und effektive gesellschaftliche Kraft. Dennoch haben es die Massenauswanderung der 90er Jahre und andere Umstände mit sich gebracht, dass die deutsche Gemeinschaft als Ganzes sehr geschwächt ist, und es besteht die Gefahr, dass sie angesichts ihres sehr hohen Durchschnittsalters und infolge des Mangels an aktiven Leistungs- und Funktionsträgern ihre Lebenskraft einbüßt. Deshalb ist es geboten, neue Wege zur Stärkung und Vitalisierung der Gemeinschaft zu suchen. Es gilt, die Ressourcen zu aktivieren und neue zu erschließen, die vorhandenen Kräfte effektiver zu koordinieren und darüber hinaus weitere Personenkreise, die sich dem Deutschtum und der deutschen Kultur verpflichtet fühlen, in die Forumsstrukturen zu integrieren. Die folgenden Vorschläge bieten die Chance, der deutschen Gemeinschaft zusätzliche Impulse zu verleihen und für das Gemeinschaftsleben neue Akzente zu setzen.

 1.1 Einbeziehung von ethnisch Nichtdeutschen ins Forum

1.2 Einbeziehung von Deutschen ohne rumänische Staatsbürgerschaft

1.3 Einbeziehung der eigenen Mitglieder

2. Hineinwachsen der Mitglieder des Jugendforums in die Forumsstruktur

3. Optimierung der Willensbildung innerhalb des Forums

4. Vitalisierung und Koordinierung des Gemeinschaftslebens

5. Umgang mit den Organisationen der Ausgewanderten

6. Programm für Neu- und Rücksiedler

7. Zusammenarbeit Forum – Kirche (speziell Siebenbürgen)

1.1 Einbeziehung von ethnisch Nichtdeutschen ins Forum

1.2 Einbeziehung von Deutschen ohne rumänische Staatsbürgerschaft

 In Anbetracht einer überalterten Bevölkerungsstruktur der rumäniendeutschen Gemeinschaft und der damit verbundenen Abnahme der Zahl der Rumäniendeutschen und unter Berücksichtigung der zahlenmäßig nicht zurückgehenden zu bewältigenden Aufgaben sind zwei heranzuziehende Gruppen für das Forum von vitaler Wichtigkeit.

 Das Forum muss ethnischen Nichtdeutschen, die sich der deutschen Gemeinschaft verpflichtet oder zugehörig fühlen eine erweitertere Plattform als bisher zur Verfügung stellen, damit sie sich zum Wohle der Gemeinschaft einbringen können.. Dieses gebieten sowohl der Respekt vor ihren Bemühungen aber auch der Blick in die Zukunft. Die wachsenden Belange der Rumäniendeutschen können nicht mehr exklusiv von diesen wahrgenommen werden.

 Die in Rumänien lebenden EU-Bürger deutscher Muttersprache, die aber keine rumänische Staatsbürgerschaft besitzen, sollten aufgrund ihrer Brückenfunktion Vollmitglied im DFDR werden können, sofern sie einen festen Wohnsitz in Rumänien haben.

1.3 Einbeziehung der eigenen Mitglieder

 Dieselbe Sorge muss das Forum seinen rumäniendeutschen Mitgliedern angedeihen lassen. Die Einbeziehung in die Entscheidungen der Forumsstruktur, das Heranziehen weiterer ehrenamtlicher Aktiver und die Einbindung in politische Willensbildungsprozesse sind einige Themenfelder die weiter ausgebaut werden müssen. Jeder Aktive, der aus dem einen oder anderen Grunde dem Forum den Rücken kehrt, wird nicht mehr zu ersetzen sein.

 2. Hineinwachsen der Mitglieder des Jugendforums in die Forumsstruktur

 Eine grundlegende Wichtigkeit kommt in der Zukunftsperspektive des Forums der Jugend zu, ist sie doch der Teil, der per se den Fortbestand des Forums garantiert.

Im Anbetracht der Tatsache, dass sich die Mitglieder der Jugendforen überwiegend aus Nichtdeutschen zusammensetzen, kommt der Begleitung durch die Foren eine große Rolle zu. Jugendverantwortliche sollen durch Rat und Tat darauf hinweisen, was das Unverwechselbare der rumäniendeutschen Gemeinschaft ausmacht und den Prozess der Annäherung an gemeinsame Werte wie Gemeinschaftssinn, Korrektheit und Gestaltungswillen begleiten.

Desgleichen muss dem Umstand Rechnung getragen werden, dass aufgrund der fehlenden Generation der 40 bis 50jährigen, die Jugendlichen schneller an Aufgaben heran müssen, als es in der Vergangenheit vorgesehen war. Dem vorausschauenden Vorbereiten der geeigneten Kandidaten muss das gesamte Augenmerk gewidmet werden.

 3. Optimierung der Willensbildung innerhalb des Forums

 Die Forumsmitglieder müssen diejenigen sein, welche die wichtigen Entscheidungen treffen, und nicht nur gutheißen. Dafür müssen von den Leitungsgremien die notwendigen Informationen vollständig vorgelegt werden, und es muss eine Atmosphäre gesichert werden, in welcher offen über gegensätzliche Ideen kontrovers diskutiert werden kann. Eine solche Diskussionskultur muss gezielt gefördert werden. Die Auseinandersetzung mit Themen betreffend die eigene Gemeinschaft trägt zur Identifikation des Einzelnen mit eben dieser Gemeinschaft bei.

Konkrete Ansatzpunkte in diese Richtung sind abgesehen von einer entsprechenden Gestaltung der Vorstandssitzungen und Vertreterversammlungen, die Gründung von themenbezogenen Arbeitsgruppen und Kommissionen, sowie die Veranstaltung von Tagungen, Gesprächsrunden und Fortbildungen. Nach dem Vorbild der Schulkommission sollten andere themenbezogene permanente Kommissionen ins Leben gerufen werden.

 4. Vitalisierung und Koordinierung des Gemeinschaftslebens

Das hergebrachte Gemeinschaftsleben der deutschen Minderheit ist fast vollständig verschwunden. Der Gebrauch der Muttersprache geht zurück, emotionale Bindekräfte innerhalb der Gemeinschaft und das Zusammengehörigkeitsgefühl (Wir-Gefühl) verlieren zunehmend an Bedeutung. Zur Vitalisierung und Koordinierung des Gemeinschaftslebens bieten sich folgende konkrete Schritte an:

1. Verstärktes Zusammenbringen der Mitglieder zu Veranstaltungen, welche das Gemeinschafts­bewußtsein wecken, das Gemeinschaftsgefühl stärken und gemeinschaftliches Handeln fördern.

2. Nutzung der modernen Medien über die traditionellen hinaus.

3. Zusammenarbeit der Institutionen und Verantwortlichen innerhalb unserer Gemeinschaft um nicht in Konkurrenz zueinander zu geraten, sondern gemeinsam aufzutreten.

4. Sinnvollen Einsatz der vorhandenen Ressourcen für gemeinschaftsfördernde Massnahmen.

5. Umgang mit den Organisationen unserer Ausgewanderten

Die Organisationen unserer Ausgewanderten (OA) sind seit ihrem Richtungswechsel auf verstärkte Zusammenarbeit mit dem DFDR eingestellt und erkennen, dass sie auf die Rückbindung an die Deutschen in Rumänien (DR) auch für ihre eigene Identität angewiesen sind. Sie übernehmen (hauptsächlich, aber nicht nur, als Heimatortsgemeinschaften) vermehrt Verpflichtungen in der „alten Heimat“ und sind zu struktureller Investivhilfe bereit. Diese Bereitschaft gilt es anzunehmen und partnerschaftlich auszubauen.

Andererseits hat sich aber auch ein Klima herausgebildet, in dem beide Seiten das Ausgewandertsein als selbstverständlich gelten lassen, so als sei eine Existenz als Siebenbürger Sachse oder Banater Schwabe in Deutschland ebenso authentisch möglich wie in Siebenbürgen oder im Banat, ja, vielleicht sogar noch authentischer (bezeichnend ist der zunehmend zu beobachtende Wechsel in der Redeweise von „alter Heimat“ zu „Herkunftsgebiet“). Diese Fehleinschätzung von Heimatverbundenheit gilt es, freundlich aber deutlich zu entmythologisieren. Mit den OA sollten wir DR uns über die unterschiedliche Wertigkeit siebenbürgisch-sächsicher bzw. schwäbischer Existenz hier bzw. dort verständigen und im Dialog eigenständige Wertkategorien artikulieren.

Auf jeden Fall sollte aber der partnerschaftliche Dialog und Informationsfluss weiter intensiviert werden.

6. Programm für Neu- und Rücksiedlung

Ein wesentlicher Impuls für die Vitalisierung der deutschen Gemeinschaft könnte eine verstärkte Neu- bzw. Rücksiedlung jüngerer Leistungsträger sein, seien es Ausgewanderte, seien es andere Personengruppen aus den deutschsprachige Raum, die im Rumänien von heute die Chance eines Neuanfangs sehen. Einige, jedoch zu wenige, sind diesen Weg schon gegangen. Hier gilt es, unsererseits initiativ zu werden und für eine solche Rück- bzw. Neusiedlung zu werben.

Wirkungsvoll könnte ein Kontaktbüro sein, das folgende Funktionen erfüllen sollte:

1. fachmännische juristische und organisatorische Beratung Ansiedlungswilliger und Hilfestellung bei anfänglichen Alltagsproblemen

2. Werbeaktionen im deutschsprachigen Raum, insbesondere bei Organisationen und Veranstaltungen ausgewanderter Deutscher aus Rumänien

3. Hilfe bei der Integration in die deutsche Gemeinschaft in Rumänien, Ermunterung zur Teilnahme am deutschen Gemeinschaftsleben und Motivierung zur Übernahme ehrenamtlicher Verantwortung

Die Möglichkeit der Mitgliedschaft im Forum sollte für Neu- und Rücksiedler deutscher Sprache aus EU-Ländern als gegeben angesehen werden, sofern sie sich „zur deutschen Minderheit bekennen“.

7. Zusammenarbeit Forum Kirche (speziell Siebenbürgen)

Da sowohl die evangelische Kirche als auch die einzelnen Foren es in ihrer jeweiligen Arbeit im Wesentlichen mit dem selben Personenkreis zu tun haben, also sie „im gleichen Weinberg“ arbeiten, bietet sich eine engere Zusammenarbeit geradezu an.

Möglichkeiten einer Bündelung der Kräfte bieten folgende Bereiche:

engere Zusammenarbeit im Bereich Immobilien: Rückerstattung, Management, Instandsetzungen und Nutzungen

  1. Abstimmung der jeweiligen Publikationen

  2. bessere Koordinierung und Abstimmung der jeweiligen Veranstaltungen

  3. vermehrte Planung gemeinsamer Veranstaltungen ( z. B. gemeinsame Sommerfeste und andere Aktivitäten)

  4. Intensivierung der Zusammenarbeit zwischen Kirche und Forum auf allen Ebenen durch laufenden Dialog und gegenseitige Präsenz in den Gremiensitzungen

  5. kirchliche Unterstützung des Neu- und Rücksiedlerkonzepts

  6. Ermunterung zur besseren Vernetzung Forum-Kirche auf allen Ebenen (Engagement und Funktionsübernahme in beiden Bereichen)

  7. verstärkte Kooperation in der Jugendarbeit

  8. verstärkte gemeinsame Bemühungen zur Festigung und Zukunftssicherung der EAS als Gemeinschaftseinrichtung

 Eine enge Zusammenarbeit zwischen der Kirche und den weltlichen Strukturen der Gemeinschaft ermöglicht eine wesentliche Effektivitätssteigerung und entspricht darüber hinaus guter sächsischer Tradition.

 Um die deutsche Gemeinschaft in Rumänien zu erhalten ist ein Bündel von Maßnahmen erforderlich. Jede oben vorgeschlagene Massnahme für sich reicht nicht aus. Die Summe der Massnahmen jedoch bietet eine realistische Chance, den Weiterbestand der deutschen Gemeinschaft zu sichern.

Vorgelegt anlässlich der Tagung Zukunft und Perspektiven der Deutschen Minderheit in Rumänien vom 13.-15. November 2009, von Benjamin Jozsa, Dr. Hans Klein, Dr. Paul Philippi, Dr. Karl Scheerer, Winfried Ziegler.

…afghiert Mittwoch, Sep 16 2009 

…mer hun afgehiert, wel 1000 ander sachen derzwaesche sen kun und ech hat niche mi zetj, mech aem saxesch themen ze kaemmern. diit mer liid. hofentlich aendert et sich aem waentjer!

wat ech enjst esi machen, kennt er ich haej usaejn – et senj videos ze amwaeltthemen aen rumaenien: www.ecojurnal.ecosapiens.ro  

alles geadet!
hans hedrich

vun acatari ken rode Freitag, Apr 10 2009 

(den 5. aprael 2009)

schorpendref – sarpatak – sapartoc Sonntag, Mrz 22 2009 

der hans hedrich uch det i.h. machten um 22. mierz en tour ken schorpendref, zu angjersch sarpatak, ze blesch sapartoc, en fast ganz verloosan angjersch-blesch gemiin lonjst schessbrich. (menj griisaldern vund er setj menjer motter stammen haejhaer! :-)
et gaf wandjerhiesch waedder ar uch vil moor. waej keent et sonst senj aen siweberjen aem mierz?

af dem schaaser feld Dienstag, Mrz 17 2009 

det andrea k. uch der hans h. machen en ausfleach af det schaaser feld, lonjst schessbrich, um 15. mierz.
hiesch belder, ohnen vil kommentarer uch geriedsel!

fotoapparat kaputt Samstag, Mrz 7 2009 

menj fotoapparat, maet dem ech uch gefilmt hun, aes kaputt. spetestens aem aprael ar esi hun ech hofentlich en videokamera, dron git et wetjer maet der saxeschen waelt – villecht uch schin fraejer!
hans

europa in europa Sonntag, Feb 1 2009 

an einer anderen stelle habe ich’s schon auf’s kuerzest moegliche zusammengefasst, warum siebenbuergen ein reflexionswuerdiges thema ist: weil es mehr ist, als es sich einem auf den ersten und zweiten blick (alltags- oder ideologietrueben) blick erschliesst.

jenseits des sichtbaren siebenbuergen – einer marginalen provinz mit sonderbaren, „kleinkarierten“ eigenheiten und problemen tritt von hinter dem spiegel der alltagstaeuschungen ein land hervor, das jenseits von waeldern, politik und geschichte eine miniaturausgabe eines ganzen kontinents reflektiert. europa in europa – nicht mehr aber auch nicht weniger.
ist wohl zu viel des guten fuer uns, provinzielle gemueter? ;-)

europa-frau

mehr hier>>

vun scheßbrich ken agnietheln 1+2 Samstag, Jan 31 2009 

saxesch waelt nr. 2
der hans hedrich
fiert vun scheßbrich ken agnietheln und filmt und erzielt derbäj.

diel 1:: scheßbrich-pueld/hennderfer hill

diel 2:: hennderfer hill-agnietheln

PS: de filmcher kent er ich uch af youtube direkt usaejn!
sw 2-1:: http://www.youtube.com/watch?v=jptiRgbYZ_Y
sw 2-2:: http://www.youtube.com/watch?v=jptiRgbYZ_Y 
do fandj er uch links ze ander kurtsch saxenfilmchern (vun saxesch baellen, dinkelsbuehl, hochzeden, danzen, lachen usw.)…

advent advent Samstag, Jan 31 2009 

Saxesch Wält nr. 1:: Det Andrea Krempels erzielt iwer den Weihnachtsmarkt än Scheßbrich, de Mandjerhiiten än Bleschlund uch iwer de Fabel vum Fuss uch vum Toost…

gefilmt än Scheßbrich, den 7. Dezember 2009.
Kommentar:: Andrea J. Krempels
Kamera/Schnett:: Hans Hedrich
Lontj vum Film:: 8 min, 6 sec.

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